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#290

Selbstbildnis

Kollwitz, Käthe (1867-1945) | Hersteller

Das Blatt zählt zu den letzten lithografierten Selbstbildnissen von Käthe Kollwitz. Die Künstlerin zeigt ihr Gesicht in einem ungewöhnlich engen Ausschnitt. Die für Kollwitz typische Geste des in die Hand gestützten Kopfes ist durch den Finger an der Stirn nur zu erahnen. Trotz extremer Nahsicht erscheint das Selbstportrait distanziert, da die Augen als „Fenster zur Seele“ abwesend und fast verschlossen wirken.

Es handelt sich um eine Kreide- und Pinsellithografie. Mit dem Pinsel arbeitet es sich auf dem Stein ganz ähnlich wie auf Papier. Für die Verwendung von Kreide hingegen muss der Stein „gekörnt“ d.h. aufgerauht werden.

Da die Arbeit mit den unhandlichen, schweren Steinen sehr mühevoll war, bediente sich Käthe Kollwitz des Umdruckverfahrens. Sie zeichnete nicht auf den Stein, sondern auf Papier, dessen Vorderseite mit einer Kleisterschicht präpariert war. Das bezeichnete Blatt wurde dann mit dem Gesicht nach unten auf den Stein gelegt, mit Wasser eingeweicht, aufgepresst und schließlich abgewaschen. Wie bei einem Abziehbild blieb die Zeichnung in jedem Detail als Abklatsch auf dem Stein zurück. Sie konnte ebenso wie eine direkt aufgebrachte Zeichnung gedruckt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass ein seitenrichtiges Druckbild entstand.

Material & Technik
Kreide- und Pinsellithographie (Umdruck)
Museum
Kupferstich-Kabinett
Datierung
Frühjahr 1934
Inventarnummer
A 1998-170
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