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#10

Kniende

Lehmbruck, Wilhelm (1881-1919) | Bildhauer

01:47

Der Kopf: seitwärts nach unten geneigt. Die Augen: geschlossen. Der rechte Arm angewinkelt, die rechte Hand vor der Brust – eine beinahe demütige Geste. Weltvergessen, ganz bei sich.

Wilhelm Lehmbruck schuf die "Kniende" 1911 in Paris. Dort hatte er sich intensiv mit den Werken Auguste Rodins und Aristide Maillols auseinandergesetzt und schließlich seine eigene Formensprache entwickelt. Die Kuratorin Astrid Nielsen über die "Kniende":

"Wenn sie sich erheben würde, wäre sie 2 Meter 22 groß, so ungefähr, und er hat sie dann eben auch ausgestellt, präsentiert, sie war ebenso umstritten, weil natürlich auch diese Überlängung der Gliedmaßen sehr infrage gestellt worden sind, weil sich das von den natürlichen Körperformen entfernt hat."


Lehmbruck ging es aber nicht um ein Abbild der natürlichen Körperformen:

"was eben auch hier neu ist, was in der Idee bei Rodin schon angelegt ist, ist die sogenannte Ausdrucksplastik. Das heißt, diese Figuren stehen tatsächlich nur noch für sich und das, was sie aussagen wollen."


Die Kniende ist nicht aus Stein gemeißelt, sie ist aus Stein gegossen, eine Technik, die in Frankreich damals beliebt war. Beim Steinguss wird pulverisierter Stein mit Zement und Wasser vermischt und in eine Negativform gegossen. Nach dem Aushärten wird der Guss aus der Form gelöst und nachbearbeitet. Auf diese Weise kann eine Skulptur mehrmals hergestellt werden. Die Kniende, die Sie hier sehen, entstand 1920, als Lehmbruck bereits verstorben war. Sie ist der einzige Steinguss der Knienden, den es hier in Europa noch gibt.

Material & Technik
Steinguss (englischer Zement)
Museum
Skulpturensammlung
Datierung
Modell 1911, Guss nach der originalen Form 1920
Inventarnummer
ZV 2840
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