QR-Code

#282

9 Stehende Scheiben (879-3)

Richter, Gerhard (1932-) | Künstler

01:48

„Alles sehen, nichts begreifen“, notierte Gerhard Richter 1967 auf einem Entwurf für seine allererste Glasarbeit. Die Glasskulptur in diesem Raum schuf er 2010. Auch hier geht es um das Sehen und um das Begreifen, um Illusion und Wirklichkeit.

Kerstin Küster, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Gerhard-Richter-Archivs, erzählt, dass Richter die Glasskulptur speziell für diesen Raum geschaffen hat:

 „In den Maßen, also in den Proportionen und im Gewicht, ist sie optimiert für diesen einen Raum und für diese Standfläche. Und obwohl sie so bescheiden daher kommt, so transparent, wie sie dort steht, ist sie mit das wichtigste Werk in diesem Raum.“

Warum das so ist erklärt Dietmar Elger, der Leiter des Gerhard-Richter-Archivs:

 „Die Glasscheiben sind nicht vollständig durchsichtig, sondern haben einen leichten Spiegeleffekt. Wenn Sie darum gehen, sehen Sie immer andere Ausschnitte. Aber Sie sehen auch Verspiegelungen – wie sich die Ausschnitte, die Sie erkennen, verdoppeln, verdreifachen, überlagern. Und wenn Sie von der schmalen Seite schauen, sehen Sie, wie Sie sich selber vervielfachen in den Bildern.“

Je nachdem, wo Sie sich gerade befinden, entstehen immer neue Bildvariationen.

Richter hat die Skulptur ganz sachlich "9 Stehende Scheiben" genannt. Sie symbolisiert nichts, sie soll keine Assoziationen wecken. Sie ist ein Mittel der Erkenntnis. Der Raum ist, wie er ist. Aber ihre Wahrnehmung dieses Raumes verändert sich permanent.

Material & Technik
Glas- und Stahlkonstruktion
Museum
Gerhard Richter Archiv
Inventarnummer
310/15
0:00