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Einführung

Die Schweizer Künstlerin Daniela Keiser (*1963) zeigt im Studiensaal fünf große Tableaus aus Cyanotypien mit Ansichten von Panská skála. Der ehemalige Steinbruch in der tschechischen Kleinstadt Kamenický Šenov etwa 60 Kilometer südöstlich von

Dresden zeichnet sich durch seine gleichmäßigen und senkrecht aufragenden Basaltsäulen aus. Für die Bilder hat die Künstlerin ein frühes fotografisches Verfahren aus dem 19. Jahrhundert gewählt, bei dem das Fotopapier nicht auf Silber-, sondern auf Eisenbasis lichtempfindlich gemacht wird, was das so genannte Berliner Blau erzeugt. Durch die verfremdende Färbung liegt der Fokus der monumentalen Darstellungen auf der Geometrie des Gesteins. In „Blue Links“ verknüpft Daniela Keiser frei assoziierend Ideen, Bilder und Strukturen der Lebensbedingungen in Europa mit Aspekten von Geschichte, Landschaft, Besiedelung und Handel. Inspiriert sind die blauen Fotografien von Panská skála an den berühmten Cyanotypien der Fotopionierin Anna Atkins und den nächtlichen Satellitenbildern der Erde: Aber auch die so genannte „Blaue Banane“, ein wirtschaftsgeografischer Begriff für den europäischen Ballungsraum von Manchester bis Mailand, ist für Daniela Keiser wichtig. Deshalb hat sie zwei Randbereiche dieser Zone, Nordirland und das deutsch-tschechische Grenzgebiet, in ihr künstlerisches Projekt einbezogen. Arbeiten werden zeitgleich in Belfast, Dresden und Zürich gezeigt. Im Kupferstich-Kabinett wird zudem ein Dialog mit Werken aus der eigenen Sammlung gesucht.

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