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#11521

Volutenkrater

Iliupersis-Maler (400-350 v. Chr.) Werkstatt | Maler

01:41

Dieses Prachtgefäß ist über und über mit Bildern, Ornamenten und plastischem Schmuck verziert. Die Hauptszene zeigt Dionysos unter dem Schatten zweier Rebstöcke in eleganter Haltung, auf einer kostbaren Kline inmitten luxuriöser Kissen liegend. Die Frau vor ihm reicht dem Gott des Weines eine Schale, darin der köstliche Traubensaft. Geflügelte Eroten und der kleine Satyr, der einen Ziegenbock mit Efeu füttert, vervollständigen die heitere Szenerie. Auf der Rückseite stehen junge, anmutige Frauen mit Tympana, Ranke oder Palmwedel in der Hand und ein nackter Jüngling hält die Strigilis, das Schabeisen für die Reinigung nach schweißtreibender, sportlicher Ertüchtigung, in der Linken. Unbeschwerte, blühende, schöne und ewige Jugend verheißt diese Darstellung. Gemeinsam mit der auf der Vorderseite ins Bild gesetzten überirdischen Glückseligkeit versprechen die Wunschbilder gleichermaßen Hoffnung und Trost für Verstorbene und Hinterbliebene.

Der Volutenkrater ist fast 60 cm hoch und bis auf eine Schwanenprotome vollständig und ungebrochen erhalten. Der Maler steht dem Ilioupersis-Maler nahe, der im 2. Viertel des 4. Jhs. v. Chr. arbeitete und als Erster die Henkelvoluten mit plastischen Masken versah. Sowohl die Größe als auch die Form und die Verzierungen sprechen gegen einen alltäglichen Gebrauch des Gefäßes, so dass es sich hier, wie beim Großteil aller unteritalischer Gefäße um Grabbeigaben oder Grabvasen, die sichtbar die Totenstätte zierten, handelte.

Material & Technik
Hellbrauner Ton, rotfigurig
Museum
Skulpturensammlung
Datierung
Apulisch rotfigurig, 380 - 370 v. Chr.
Inventarnummer
Dr. 521
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