Die vergleichsweise große Fläche der bronzenen Sesterze bot den Kaisern mehr Platz zur Selbstdarstellung als andere Münzen. Daher eigneten sie sich besonders gut, um Leistungen, Parolen und Programme zu propagieren. Der beim Senat verhasste, beim Volk jedoch populäre Kaiser Caracalla ließ im Jahr 213 diesen Sesterz prägen.
Auf der Rückseite der Münze ist der Circus Maximus abgebildet, und zwar ungemein detailreich. Der Circus Maximus war im alten Rom der Veranstaltungsort für Wagenrennen. 150.000 Zuschauer fanden in ihm Platz, er war 600 Meter lang und 140 Meter breit.
Der Betrachter nimmt quasi die Perspektive des Kaisers ein. Als ob er von den Palästen des Palatin aus – das ist einer der sieben Hügel Roms – auf das Bauwerk hinabschauen würde. Zu erkennen sind: vorn eine Arkadenreihe, die in einem großen Bogen endet, hinten die Zuschauertribüne, links davon der Tempel des Sonnengottes Sol, rechts davon eine große Statue. Auf den Längsseiten sehen Sie links einen Triumphbogen des Kaisers Titus, gekrönt von einer Quadriga, und gegenüber auf der rechten Seite die Starttoranlage.
Der Obelisk in der Mitte dominiert die Ansicht. Kaiser Augustus hatte ihn einst aus Ägypten nach Rom bringen lassen. Links und rechts vom Obelisken können Sie die beiden kegelförmigen Wendemarken für die Wagenrennen erkennen. Und wenn Sie genau hinschauen, sehen Sie sogar, dass die Wagen ihre Startplätze für das Rennen verlassen haben.
Kaiser Caracalla war ein leidenschaftlicher Anhänger der Wagenrennen. Er favorisierte sogar bestimmte Wagenlenker. Die Abbildung auf dem Sesterz soll daran erinnern, dass der Kaiser im Circus Maximus etliche bauliche Erweiterungen vornehmen ließ.
Weitere Medien
- Material & Technik
- Bronze, geprägt
- Museum
- Münzkabinett
- Ort & Datierung
- Rom (Roma), 213
- Inventarnummer
- ACC3233