Ein Kranz schwungvoll gebogener Wappenschilde, und schon ist aus der nüchtern wirkenden Medaille ein bezauberndes Kleinod geworden. Welch kunstvolle Arbeit von Goldschmied Abraham Schwedler.
Den Kern des Schmuckstückes bildet das Porträt des sächsischen Kurfürsten Johann Georg des Ersten. 1611 wurde die ovale Medaille von Daniel Kellerthaler gegossen. Die Fassung kam erst später hinzu. Sie besteht aus den emaillierten Wappen der zahlreichen Herrschaften Johann Georgs, daran eine Öse mit den Initialen des Kurfürsten als Monogramm und drei angehängte Perlen.
Wappen als Zutat der Fassung eines Kleinodes waren damals nichts Ungewöhnliches. Doch in diesem Fall sind die Wappen mit ihren eingerollten Enden selbst die Zierfassung. Die Arbeit ist ein schönes Beispiel dafür, wie kreativ und handwerklich geschickt Goldschmied Abraham Schwedler zu Werke ging.
Medaillenkleinode wie die hier Gezeigten entstanden im deutschsprachigen Raum in den letzten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts und noch bis weit ins 17. Jahrhundert hinein. Fürsten nutzten sie als repräsentatives Geschenk untereinander, aber auch für ihre Untertanen, als reinen Gunstbeweis oder als Belohnung für die geleisteten Dienste. Medaillenkleinode hießen daher früher auch ‚Gnadenpfennige’. Wer ein solches Schmuckstück an einer langen Kette trug, machte für alle sichtbar, dass er einen fürstlichen Gönner hatte. Diese Form der Auszeichnung war der Vorläufer von Verdienstmedaillen und Orden.
Weitere Medien
- Material & Technik
- Gold, gegossen, verziert mit 10 Wappenschilden, teilweise emailliert, daran oben 3 Ketten und Trageöse als ovaler Schild unter Kurhut, 3 Perlen
- Museum
- Münzkabinett
- Ort & Datierung
- Sachsen, 1611 (1626-1632)
- Inventarnummer
- BGA4154