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#216

Pavillon d'or

Philipp (1293-1350) | Münzherr
Philipp (1293-1350) | Dargestellte Person

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Was für eine schöne Münze! Dabei ließ König Philipp der Sechste von Frankreich sie nur prägen, um mit ihr seinen Krieg gegen England zu finanzieren. Was für ein Aufwand!

Gründe für den Ausbruch des so genannten Hundertjährigen Krieges zwischen Frankreich und England gab es viele. Der englische König Eduard der Dritte liebäugelte mit dem französischen Königsthron, umgekehrt beanspruchte Paris die im Südwesten Frankreichs gelegenen, englischen Lehnsbesitzungen in Aquitanien. Beide wollten zudem politischen Einfluss in Flandern gewinnen. Wegen seines Tuchhandels spielte das Land eine gewichtige Rolle im europäischen Handel.

Obwohl der militärische Konflikt tobte, ließen die französischen Machthaber außergewöhnlich schöne Goldmünzen prägen. Unter anderem den im Juni 1339 eingeführten ‚Pavillon d’or’. Sie sehen ihn hier. Den Namen erhielt er, weil auf der Vorderseite der König zu sehen ist, wie er unter einem reich mit Lilien verzierten Baldachin thront. Auf der Rückseite ist eine lateinische Umschrift zu lesen. Übersetzt lautet sie: Christus siegt, Christus herrscht und Christus gebietet.

Der ‚Pavillon d’or’ verfügt über einen sehr hohen Feingehalt. König Philipp der Sechste von Frankreich ließ ihn in zwanzig verschiedenen Münzstätten ausgeben. Selbst der Kriegsgegner, der englische König, war so angetan von der Goldmünze, dass er sie in seinen französischen Besitzungen mit einigen Veränderungen nachprägen ließ.

Material & Technik
Gold, geprägt
Museum
Münzkabinett
Ort & Datierung
Frankreich, o.J. (1339-1350)
Inventarnummer
AUA581
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