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Porträt der Hündin „Amorita“ und Hundehalsbänder

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Kind: Oh wow, In diesem Raum gibt es aber viele Hunde.

Drache: Hunde spielten immer eine große Rolle hier im Dresdner Schloss. Kleine Hunde als Schoßhunde der Frauen und Kinder oder große Hunde, die bei der Jagd zum Einsatz kamen. Manchmal ließen die Kurfürsten ihre Hunde sogar malen. Seht mal der Hund da in der Vitrine an der Wand…

Kind: Das kleine Hündchen sieht aber lustig aus. Ein bisschen griesgrämig

Christine Nagel: Der kleine Hund scheint eine Art Mops gewesen zu sein, auch wenn er größere Ohren hat. Auf Damenporträts des 16. und 17. Jahrhunderts sind gelegentlich solche Hunde zu sehen. Das rote Kissen ist ein Hinweis auf einen Haushund, keinen Jagdhund. Der kleine Hund war sicher ein Schoßhündchen der Kurfürstin oder ihrer Kinder. Der Name „Amorita“ deutet an, dass es geliebt wurde und auch das Porträt weist darauf hin. Ein ähnlich kleines Halsband, wie es Amorita trägt, ist in der Vitrine zu sehen.   

Kind: Das soll ein Mops sein?

Christine Nagel: Ja, die Hunderassen haben sich in den letzten Jahrhunderten immer stärker verändert. Der Mops, so wie ihr ihn heute kennt, hat erst in den letzten 100 Jahren seine ungesund kurze Nase bekommen. Sie wurde durch Züchtung so kurz. Ihr müsst bedenken, der Hund auf dem Bild lebte vor etwa 350 Jahren.

Kind: Was sind das für Lappen an den Wänden?

Christine Nagel: Das sind Halsbänder für Hunde. Normalerweise liegen sie um den Hals der Hunde und werden mit einer Schnalle geschlossen. Man kann eine Leine daran befestigen. Wie man sieht, sind sie meist mit grünem, schwarzem oder rotem Samt bezogen.  

Die Dresdner Rüstkammer besitzt noch eine große Anzahl von Hundehalsbändern aus dem 17. Jahrhundert. Hier ist nur ein Teil davon ausgestellt.  

Kind: Manche sehen gleich aus.

Christine Nagel: Ja, die Halsbänder wurden entweder als Einzelstücke für einen bestimmten Hund gearbeitet. Oder man hat gleich eine ganze Serie gleichartigen Halsbändern für eine Gruppe von Hunden hergestellt.

Kind: Weiß man, was für Hunde die Halsbänder getragen haben? Die müssen riesig gewesen sein.

Christine Nagel: Nein, genau weiß man das nicht. Man kann sich aber anhand des Halsumfanges in etwa vorstellen, ob es ein großer doggenähnlicher Jagdhund war, der für großes Wild, wie Bären, Wildschweine und Hirsche eingesetzt wurde.

Ein zierlicher Windhund hatte ein anderes Halsband als ein winziger Schoßhund. Aber notiert wurden die Hunde nur sehr selten. Es gibt zum Beispiel ein großes Halsband mit den Buchstaben IG darauf, das für den Leibhund des Kurfürsten Johann Georg I. hergestellt wurde. Wie der Hund aussah, ist nicht bekannt, aber es dürfte eines der gewaltigen Tiere gewesen sein, mit denen sich der Kurfürst gelegentlich abbilden ließ. Ähnlich, wie der geschnitzte Hund auf dem Podest in der Raummitte.   

Kind: Die Buchstaben IG bedeuten was?

Christine Nagel: Die Großbuchstaben auf den Halsbändern sind Initialen, also Anfangsbuchstaben, von Namen und Titeln.

Es sind nicht die Hundenahmen, sondern die des Besitzers oder desjenigen, der den Hund mit seinem Halsband geschenkt hat. Wenn man ein wenig Übung hat, kann man dieses Buchstaben recht schnell einer Person zuordnen. IG ist eigentlich ein JG und steht für Johann Georg.  

Oder schaut euch die Serie gleichartiger großer Halsbänder mit den Buchstaben CHGHZSC. Es gab einst 16 davon, heute sind zehn erhalten. Die Initialen stehen für die Brüder Christian II. und Johann Georg (I.) von Sachsen.

Kind: Moment, was bedeutet CHGHZSC….? Spricht es als zusammenhängendes Wort aus. Danach nochmal als einzelne Buchstaben CHGHZSC

Christine Nagel: C für Christian, H für Hans, also die Kurzform für Johann, G für Georg und HZS steht für Herzog zu Sachsen. Der letzte Buchstabe C steht für Kurfürst, aber in der damals gültigen Schreibweise mit CH am Anfang.

Wahrscheinlich hat ein Bruder dieses Halsbänder dem anderen geschenkt. Da sie sich im Besitz von Johann Georg befanden, war sicher Christian II. der Schenker.  

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