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#134

Kopf einer sinnenden Muse, Typus Polyhymnia

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Der Kopf der Muse Polyhymnia ist knapp unterhalb des Kinns gebrochen. Er gehörte zu einer Statue, die die »liedreiche« Muse auf ihren rechten Arm gestützt zeigt, an einen felsigen Pfeiler gelehnt und versonnen in die Ferne schauend. Der Typus ist bekannt durch ein hellenistisches Relief, das der Künstler Archelaos aus Priene geschaffen und signiert hat. Das marmorne Weihrelief zeigt am Fuße des Musenbergs die Apotheose des Dichters Homer. Analog zu dieser Darstellung und weiteren statuarischen Wiederholungen war das Mädchen stehend in einen Mantel gehüllt wiedergegeben. Die locker zusammengenommenen Haarsträhnen sind zum Pferdeschwanz gebunden, der frei gearbeitet ist und vom Kopf absteht. Sowohl in den Haaren als auch im Gesicht haben sich Reste ursprünglicher Bemalung erhalten. Mit brauner Farbe ist nicht nur die kompakte Haarmasse farbig gefasst gewesen, sondern sind zusätzlich feine Härchen am Haaransatz und kleine Löckchen an den Schläfen aufgemalt worden. Farbreste befinden sich außerdem an den Augen, deren damalige Lebendigkeit die Bemalung der Iris, Pupillen und Augenbrauen noch erahnen lassen. Ein antiker Überzug aus Bienenwachs schützte den Farbauftrag vor Ablösung. Der Kopf ist somit ein sprechendes Beispiel für die einstige Farbigkeit antiker Marmorstatuen, von der nur noch wenig erhalten ist.

Material & Technik
Marmor Mittelkörniger, weißer, sehr lichtdurchlässiger Marmor
Museum
Skulpturensammlung
Datierung
2. Hälfte des 1. Jhs. n. Chr., nach einem Vorbild aus der Zeit um 160 v. Chr.
Inventarnummer
Hm 173
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