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#119

Pelike

Egnazia-Gruppe (350-300 v. Chr.) | Künstlergruppe

01:34

Auf dem bauchigen Gefäß, das Pelike genannt wird, sind auf beiden Seiten Hochzeitsszenen dargestellt. Dabei sind allerdings keine konkreten Vorgänge der mehrtägigen Zeremonie abgebildet, sondern Einzelbilder und Attribute, die auf das einschneidendste Ereignis im Leben der Frau in der Antike verweisen. Wir sehen attraktive junge Menschen, die reich geschmückt sind und allerlei Accessoires der Liebeswerbung mit sich führen: Spiegel, Kränze, Schmuckbinden, Stäbe, Tauben, eine Strigilis und eine Iynx. Letztere ist der kleine weiße Gegenstand in der rechten Hand der stehenden Frau: ein schwirrendes Rädchen, das im griechischen Liebeszauber verwendet wurde. Mit Sprüchen wie "magisches Rädchen, zieh in mein Haus du den Mann, den ich liebe" beschwor man den Angebeteten. Der geflügelte Liebesgott Eros zu beiden Seiten verdeutlicht nur einmal mehr die allumfassende Liebesthematik. Es lässt sich leider nicht sagen, ob das apulisch rotfigurige Gefäß im Hochzeitskontext Verwendung gefunden hat oder doch vielmehr für den sepulkralen Gebrauch angefertigt wurde, vielleicht für eine jung verstorbene Frau, die ihr wichtigstes Ziel, die Heirat, nicht mehr erreicht hat.

Material & Technik
Gebrannter Ton, rotfigurig Ton nicht bestimmbar; Tongrund gelbbraun. Schwarzer Firnis, matt glänzend. Relieflinien. Rötlicher Überzug. Vorzeichnungen. Weiße und goldgelbe Zusatzfarben.
Museum
Skulpturensammlung
Datierung
Apulisch rotfigurig, 340 - 330 v. Chr.
Inventarnummer
Dr. 526
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