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Mumie einer Frau mit Porträt und Leichentuch

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Diese ägyptischen Mumien sind womöglich die ersten, die man in Europa zu Gesicht bekommen konnte. Im 17. Jahrhundert brachte sie ein Reisender nach Rom, später ließ August der Starke die Mumien ankaufen. Etwas Besonderes sind die Mumien aber auch, weil sie Porträts der Verstorbenen zeigen, direkt auf die Leinenumwicklung gemalt. Der kostbare Goldschmuck verdeutlicht ihren hohen Stand. Der Mann, 25 bis 30 Jahre, und die Frau, zwischen 30 und 40, lebten im 3. oder 4. Jahrhundert in der Metropole Memphis, damals Teil des Römischen Reichs. Beide sind zwar wie Römer gemalt, aber sie waren noch Anhänger des altägyptischen Glaubens. Das belegt etwa die traditionelle Geiergöttin Nechbet, die die Brust des Mannes schützt.

Material & Technik
Leinen, Stuck, bemalt und vergoldet; mumifizierter Leichnam Mumie mit Mumienbindung und Mumientuch als äußerste Umhüllung Textilien unterschiedlicher Webdichte und Stärke verwendet, Mumientuch aus zwei Textillagen zusammengesetzt: 4 fein gewebte Stücke sind auf ein gröberes Unterlegungstextil aufgeklebt, anschließend bemalt, vergoldet und auf Mumie angepasst und aufgeklebt
Museum
Skulpturensammlung
Datierung
Zwischen 280 und 350 n. Chr.; im Jahr 1728 in Rom aus dem Nachlass von Filippo Antonio Gualtieri erworben.
Inventarnummer
Aeg 778
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