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#412

Der Turmbau zu Babel

Valckenborch, Marten van (I) (Leuven 1534-1612 Frankfurt am Main) | Maler

01:16

Der legendäre Turm zu Babel, ein gewaltiger, pyramidenartig aufragender Rundbau, überragt eine weite, vielgestaltige Landschaft, die aus mehreren unterschiedlichen geografischen Regionen besteht. Das Bauwerk ist in allen, durch unzählige Treppen miteinander verbundenen Etagen bereits bewohnt und es entsteht der Eindruck, als berge es das vielfältige Leben einer ganzen Stadt in seinen Mauern. Im dunkleren Vordergrundbereich erblickt man unter einem Sonnenschirm den sagenhaften König Nimrod und Erbauer des Turmes mit seinem Gefolge. Er inspiziert die in zahlreichen unterschiedlichen Gewerken an der Vollendung des Baus mitwirkenden Arbeiter.

Darstellungen des Turmbaus von Babel waren an der Wende zum 17. Jahrhundert eines der beliebtesten und gefragtesten Themen der Landschaftsmalerei nördlich der Alpen. Die biblische Geschichte vom Bau des Turms besitzt eine existenzielle Dimension, denn das „bis zum Himmel“ reichende Bauwerk ist ein Symbol für das Scheitern der Menschheit in ihrem Bestreben, sich mit Gott messen zu wollen. Doch steht hier nicht die Zerstörung des Turmes oder die Zerstreuung der Menschheit im Mittelpunkt, sondern das kollektive Streben nach Vollendung eines alles menschliche Maß überragenden Bauwerks mit dem Anspruch der Gottgleichheit.

Material & Technik
Öl auf Eichenholz
Museum
Gemäldegalerie Alte Meister
Datierung
1595
Inventarnummer
Gal.-Nr. 832
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