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#109

Lekythos

Bosanquet-Maler (415-401 v. Chr. tätig) | Maler

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Diese hohen, schmalen Gefäße sind Lekythen; in ihnen wurde Öl aufbewahrt. Ihre Form beruhte auf einem standardisierten Schema und die Lekythen haben sich im Laufe der Zeit nur wenig verändert. Anders ihre Bemalung. Bei den ältesten aus dem 6. Jahrhundert vor Christus erscheinen die Figuren schwarz, später dann – durch die Umkehrung der Technik – rot, wie beispielsweise die Lekythos mit dem Mäanderband. Darauf übereicht eine Dienerin ihrer Herrin gerade ein Kästchen. Die sitzende und mit einem Diadem geschmückte Dame streckt ihr die Hände entgegen und hat den Blick auf einen Vogel gerichtet – eine Gans. Vielleicht wissen Sie, dass die Griechen die Gans der Aphrodite weihten, der Göttin der Liebe. Ist die Schatulle etwa ein Liebespräsent?

Seit dem 5. Jahrhundert kennen wir auch farbige Malereien auf weißem Grund. Diese Lekythen verwendete man ausschließlich im Grab- und Totenkult. Sie enthielten Duftöle, mit denen man den Leichnam salbte und das Grab besprengte; nicht selten gelangten die Lekythen als Opfergabe mit in das Grab. Die Darstellungen auf den Gefäßen beziehen sich oft auf den oder die Verstorbenen. Sie zeigen allerdings kein realistisches Abbild, sondern stilisierte Figuren, die ruhig und fast emotionslos dargestellt sind. Die Grabgefäße wurden in den Werkstätten in großen Mengen vorgefertigt, so dass sie im Todesfall schnell abgeholt werden konnten.

Material & Technik
Blass orangefarben. Rotfigurig. Feine Drehrillen unterhalb der Figurenszene. Firnis: Originalfarbe nicht mehr bestimmbar, da neuzeitlicher Überzug, jetzt anthrazit. Verdünnter Firnis für Details des Klismos, Blattschmuck und Stephane der Sitzenden, Sakkos der Stehenden. Gewandsäume, Haarlocken, Einfassung der Mäanderbänder. Relieflinien: Konturen und Gewandfalten. Vorzeichnungen für Körperkontur der Stehenden udn Gewandfalten.
Museum
Skulpturensammlung
Datierung
Attisch, um 440 v. Chr.
Inventarnummer
ZV 2777
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