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Zu kaum einem anderen Themenbereich des gegenwärtigen indigenen Lebens werden so viele Plakate und Aushänge produziert wie zu Gesundheitsangelegenheiten. Dies ist kein Zufall, sondern spiegelt die hohe Relevanz von Gesundheitsthemen wider, da die indigene Bevölkerung im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung der USA und Kanadas einen schlechteren Gesundheitszustand hat. Insbesondere die Quote bei Diabetes und Geschlechtskrankheiten ist hoch. Oftmals wird Diabetes mit der plötzlichen Umstellung der Ernährung zu Beginn der Reservationszeit begründet, doch scheinen soziale und wirtschaftliche Aspekte zentraler zu sein.

Seit seiner Gründung 1824 war das Bureau of Indian Affairs (BIA) für die Gesundheitsversorgung der Indianer*innen in den USA zuständig. Erst 1955 wurde mit dem Indian Health Service (IHS), der dem Gesundheitsministerium untersteht, eine eigene Behörde geschaffen, welche die rechtliche verpflichtende Versorgung der Indianer*innen übernahm. Der IHS arbeitet heute mit verschiedenen anderen Behörden, der allgemeinen Krankenversicherung, aber auch privaten und indigenen Organisationen zusammen, was sich auch immer wieder auf Plakaten zeigt. In Kanada funktioniert das System ähnlich. Dort arbeitet die First Nations and Inuit Health Branch (FNIHB) des staatlichen Indigenous Service Canada eng mit anderen Institutionen zusammen, um die Gesundheitsversorgung der First Nations und Inuit – nicht aber der Métis – zu fördern und auszubauen. Lag der Fokus früher ausschließlich auf der Heilung, liegt heute ein zentraler Schwerpunkt auf Präventionsmaßnahmen, die u.a. auf Bewegung und Ernährung setzen, dabei aber meist einen Bezug zu indigenen Idealen und Traditionen suchen.

                   

Almost no other topic of contemporary indigenous life appears on posters as often as health, reflecting on the importance of health issues. Indigenous people are on average less healthy than the general populations of the US and Canada. Particularly, the rate of diabetes and sexually transmitted diseases is high. The high rate of diabetes is often attributed to the sudden change of diet early during the reservation era. However, social and economic reasons seem to be more central.

Founded in 1824, the Bureau of Indian Affairs was initially also responsible for Native health care. The Indian Health Service (IHS) was founded in 1955 as part of the general federal Public Health Service. Responsible for all matters concerning indigenous health, it cooperates with other government offices and general health care programs, but also with private and indigenous organizations, resulting in a wide variety of posters. The Canadian system is comparable to the US. The First Nations and Inuit Health Branch and the governmental Indigenous Service Canada cooperate with other institutions to enhance the health care services of the First Nations and Inuit – but not of the Métis. The original focus was on the treatment of health problems, whereas nowadays prevention is more central. Programs educate about diet and exercise, often in a context of indigenous ideals and traditions.                                                                                                                                      FS

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