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Das in der Ausstellung thematisierte Medium ist heute auf der ganzen Welt – auch in elektronischer Form im Internet – zu finden. Die Erfolgsgeschichte des Plakats ist eng mit den gesellschaftlichen Veränderungen des 19. Jahrhunderts in Europa verbunden. Das Plakat als öffentliches Kommunikationsmittel gewann durch die fortschreitende Industrialisierung schnell an Bedeutung.

Die ökonomischen Veränderungen hin zu schnellerem Konsum und größerer Produktvielfalt führten zu einer Verbreitung des kommerziellen Werbeplakats, das bald auch in ländliche Gebiete vordrang. Aber auch künstlerischePlakate wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts sehr beliebt und profitierten ebenso wie politische oder kommerzielle Plakate von der Anschlagsäule als neuer Präsentationsfläche. Heute hat sich das Plakat auch als Objekt wissenschaftlicher Untersuchungen und Ausstellungen etabliert. Christian Feest und Joelle Rostkowski kuratierten 1982 am Musée de l’Homme in Paris eine der ersten Ausstellungen, die sich dem Plakat aus einer ethnologischen Perspektive annäherte. In Indian Posters of North America wurden die Plakate der 1970er und der frühen 80er Jahre als Kommunikationsmittel der Selbstbestimmungsbewegung indigener Gruppen kontextualisiert.

Es sind diese Botschaften sozialer Kritik, politischer, gesellschaftlicher oder religiöser Inhalte, die gesellschaftliche Prozesse zur Entstehungszeit eines Plakates reflektieren, und es damit zu einem spannenden und einzigartigen Objekt machen können.

                   

The medium presented in this exhibition can be found all over the world today, as well as in the Internet. The success story of posters is closely connected to the social transformations of the 19th century in Europe.

The economic changes leading to faster consumption and a growing diversity of products resulted in the spread of the commercial placard. It dispersed quickly from the cities to rural areas. In the late 19th century, artistic posters became very prominent. They benefitted from new advertising pillars that replaced walls as presentation space – for political as well as commercial posters. Today, the poster also is an established object of academic research and exhibitions. In 1982, Christian Feest and Joëlle Rostkowski curated one of the first exhibitions that applied an ethnological approach to posters at the Musée de L’Homme in Paris. Indian Posters of North America presented posters from the 1970s and early 1980s as a medium of communication for the self-determination movement of indigenous groups.

These messages of social critique and political or religious topics particularly reflect social processes at the time of the creation of posters. From this perspective, they are fascinating and unique objects.

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