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Identität und heritage spielen im indigenen Nordamerika eine elementare Rolle. Heritage bezieht sich nicht nur auf die Erinnerung an die familiäre Abstammung, sondern auch auf eine Mischung aus kollektivem Gedächtnis, Wissen und traditionellen Lebensweisen. Aus dieser Mischung konstruieren die indigenen Gruppen und Individuen ihre Identitäten. Dabei spielt die Geschichte der Zwangsassimilierung durch die (koloniale) Mehrheitsgesellschaft eine zentrale Rolle, durch die das indigene Selbstbewusstsein und traditionelle Lebensweisen lange unterdrückt wurden. Aus diesen Erfahrungen heraus entwickelten sich verschiedene Aspekte, die die heutige(n) Identität(en) der indigenen Bevölkerung prägen. In den hier ausgestellten Plakaten werden drei dieser Aspekte behandelt: Erinnerung, traditionelles Wissen und politische Sichtbarkeit.

Erinnerung beinhaltet den Umgang mit teils traumatischen, historischen Ereignissen wie kriegerischen Auseinandersetzungen oder der Vertreibung aus angestammten Lebensräumen. Traditionelles Wissen umfasst den Erhalt und die Wiederbelebung indigener Sprachen und Elemente vorkolonialer Lebensweisen. Dies soll helfen, gegenwärtige Probleme mit indigenem Selbstbewusstsein und Identität zu lösen. Poster als Mittel politischer Sichtbarkeit reflektieren das seit den 1970er Jahren wachsende neue Selbstbewusstsein. Durch verschiedene US-Gesetze und Landverhandlungen in Kanada erhielten die indigenen Gruppen seitdem neue Sonderrechte, womit sie zu politischen Akteur*innen wurden und mit den Regierungen der USA und Kanadas – zumindest theoretisch – auf Augenhöhe verhandeln.

                   

Identity and heritage play an important role for the indigenous population of North America. Heritage does not only refer to the recollection of family ancestry, but also a mixture of collective memory, knowledge and traditional way of life. Indigenous groups and individuals rely on these to construct their identities. The history of forced assimilation by the (colonial) majority plays a central role in this process since it suppressed both indigenous self-confidence and traditional lifestyles. Originating from this experience, different aspects evolved that shape the identity/identities of the indigenous population today. Three of these aspects are represented in these posters: memory, traditional knowledge, and political visibility.

Memory includes the exposure to often traumatic, historic events like wars and displacement from ancestral territories. Traditional knowledge includes the preservation and revitalization of elements of the pre-colonial lifestyles and the use of native languages to help solving contemporary problems of indigenous identity and self-consciousness. Posters as part of political visibility reflect the growth of the latter since the 1970s. Various acts of the U.S. Congress and land settlement negotiations in Canada have given new special rights to indigenous groups. Thus, they have become political protagonists who act at eye level with the governments of both countries – at least theoretically.

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