Hersteller:in uns nicht bekannt
Figur der Guan-yin
Asien, China
1. Hälfte 20. Jh.
Holz, geschreinert, geschnitzt, vergoldet
Sammler:in und Erwerbskontext uns nicht bekannt
Übernahme aus Nachlass von Prof. Friedrich Weller (Indologe) 1981
OAs 18339 a-d
Guan-yin ist die chinesische Form des aus Indien stammenden Bodhisattva Avalokiteshvara. Bodhistsattvas sind im Buddhismus spirituelle Wesen, die die Erleuchtung der Buddhaschaft anstreben, um sie zum Heil aller fühlenden Wesen einzusetzen. Ihr Name bedeutet im Chinesischen so viel wie „die Stimmen der Welt hörend“, im übertragenen Sinne „(das Wesen) das die Leiden der Welt wahrnimmt“.
Ursprünglich wurde Guan-yin männlich, genauer gesagt als indischer Prinz, dargestellt. Da Bodhisattvas allerdings rein spirituelle Wesen sind, besitzen sie kein Geschlecht. Ab der Zeit der nördlichen Wei Dynastie (385–535 u.Z.) wurden Darstellungen des Guanyin Bodhisattva in China deshalb zunehmend androgyner dargestellt.
Im Buddhismus entstand etwa zur gleichen Zeit das Bedürfnis nach einer weiblichen Gottheit, die der populären daoistischen Göttin Xi Wang Mu, der „Königin Mutter des Westens“, gegenübergestellt werden konnte. So wandelten sich die Darstellungen Guan-yins schließlich zur buddhistischen Göttin der Barmherzigkeit, als die sie heute eine Vielzahl der ost- und südostasiatischen Buddhist:innen betrachtet.
Die genauen Erwerbsumstände sind uns bis heute nicht bekannt.
Dietmar Grundmann