Herstellerinnen uns nicht bekannt
Fqîh-Haik
Afrika, Marokko, Anti-Atlas
1850
Textil; gewebt, bemalt
Annette Korolnik-Andersch (Künstlerin) und Marcel Korolnik (Mediengestalter) erwarben den Fqîh -Haik auf einer ihrer Reisen in Marokko
Schenkung an das Museum für Völkerkunde Dresden durch Korolnik-Andersch 2019
87994
Dieses Wickeltuch wurde von Frauen der Feija um 1850 aus Wolle gefertigt und in mehreren Etappen mit Henna bemalt. Anschließend diente dieses Textil einem Heiler (Fqîh) in Südmarokko dazu, Behandlungen durchzuführen.
Die mit Henna aufgetragenen Symbole öffneten einen Raum gegen feindselige Kräfte, in den sich Hilfesuchende begaben. Der Heiler verwendete Zeichen für Heilkräuter aus dem Tifinagh-Alphabet, der alten Schrift der Imazighen, und bündelte so die Segenskraft (Baraka).
Der Fqîh setzte sich während der Behandlung mit den Hilfesuchenden auf den Haik oder wickelte sie darin ein. In verschiedenen Religionen genutzte Symbole wie Auge, Salomonsiegel oder Gestirne wurden in diesem Heilungsritual zusammengeführt. Der Heiler verwendete sie als Ausdruck beschützender und stärkender Kraft, um Betroffenen in traumatischen Situationen und Zeiten der Not zu helfen.
Team GRASSI.SKD