Herstellerin uns nicht bekannt
Kopftuch (Adrar)
Afrika, Marokko, Anti-Atlas, Imi n`Tatelt
1950
Textil; gewebt, bemalt
Annette Korolnik-Andersch (Künstlerin) und Marcel Korolnik (Mediengestalter) erwarben das Kopftuch auf einer ihrer Reisen in Marokko
Schenkung an das Museum für Völkerkunde Dresden durch Korolnik-Andersch 2019
87967
Eine Feija-Frau aus Imi n`Tatelt im zentralen Anti-Atlas, welche den Chorfa angehörte, hat dieses Kopftuch aus Wolle etwa 1950 gewoben. Die Chorfa nehmen einen besonderen Platz in der Gesellschaft Marokkos ein. Sie gelten als die Nachfahr:innen des Propheten, die über heilende Fähigkeiten verfügen. Bei den Chorfa werden solche Kopftücher ausschließlich für Hochzeiten hergestellt und von der Mutter an die Tochter verliehen.
Die Hennabemalung steht für den Himmel. Die beiden Auslassungen stellen einen Vollmond sowie zwei aneinander liegende Halbmonde dar. Ihre Ausrichtung soll positive und negative Wirkungen wie Aggressivität und Freude neutralisieren. Um den Himmel herum reihen sich Tifinagh-Schriftzeichen in einer helleren Hennafarbe. Die aus der Hennabemalung weiß herausstechenden Wirkereien stellen Alltagsgegenstände wie Teekannen aber auch Sterne, Vögel oder Adler dar. Solche Kopftücher werden „Bouitri" genannt, das heißt „der Besitzer der Sterne".
Team GRASSI.SKD