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Mi 76

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Hersteller:in uns nicht bekannt
Modell eines Auslegerbootes
Ozeanien, Mikronesien, Marshallinseln
Vor 1901
Holz, Pflanzenfasern, Bast, Federn; geschnitzt, geklebt
Sammlungskontext uns nicht bekannt
Von Arthur Speyer 1901 (Ethnologe, Kunsthändler) durch Kauf vom Museum erworben
Mi 76


Das Modell eines Auslegerbootes stammt von den Marshallinseln im Pazifischen Ozean. Abgesehen von kleinen Auslegerbooten wurden auf den Marshallinseln auch große, bis zu 15 Meter lange Reiseboote genutzt. Neben einem dreieckigen Segel besitzt dieses Boot auch eine zusätzliche Plattform über dem Ausleger. Diese diente zum Transport von Waren und für die Besatzung. Zur Bootsbesatzung gehörten meist zwei bis drei Personen, deren Aufgaben beim Segeln wechselten. Je nach Größe konnten jedoch sechs bis zehn Personen samt Ladung transportiert werden. Die Geschwindigkeit lag je nach Wind- und Seeverhältnissen bei 5-10 Knoten.

1901 wurde das Modell dem Museum von Arthur Speyer verkauft. Speyer war im Ethnografikahandel seiner Familie tätig und verkaufte Kulturgüter aus aller Welt an Museen, Sammler:innen und Händler:innen. Auf Grund dessen ist dem Museum auch bis heute der Sammlungskontext nicht bekannt.

Wie auch andere Inselstaaten in dieser Region sind die Marshallinseln besonders vom Klimawandel und dem Anstieg des Meeresspiegels betroffen. So steht dieses Bootsmodell auch stellvertretend dafür, dass viele Inseln in wenigen Jahrzehnten unbewohnbar werden, sollte der Meeresspiegel weiter steigen. Zum Schutz der Bevölkerung kaufen deswegen viele Inselstaaten bereits Land in anderen (höher gelegenen) Regionen an.

Stefanie Bach

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