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MAf 854

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Hersteller:in uns nicht bekannt
Kriegsgewand (Gboɣno)
Afrika, Ghana, Dagbon Königreich
1896-99
Baumwolle, Fell, Leder, Metall, Knochen, Federn; gewebt, geknotet, geschmiedet, besetzt
Valentin von Massow (Kommandeur der kolonialen Polizeitruppe in “Deutsch Togoland”) plünderte das Kriegsgewand wahrscheinlich in der Schlacht gegen die Dagomba in der Nähe von Adibo, Ghana
Von Adelheid von Kuylenstjerna (Massows Mutter) 1899 durch Kauf vom Museum erworben
MAf 854


Für Vertreter:innen der Dagomba handelt es sich bei diesem Objekt um ein besonders mächtiges Gboɣno - Kriegsgewand. Diese Hemden werden in Dagbon, Ghana, zu wichtigen politischen Anlässen getragen. Ein Gboɣno schützt seinen Träger vor Schaden. Die von islamischen Gelehrten in aufwändigen Prozessen hergestellten Saba-Amulette aus Leder, die auf dem Gewand aufgenäht sind, bestimmen seine Stärke. Gboɣnos werden auch heute noch produziert. Nach aktuellem Forschungsstand wurde dieses Gboɣno 1896 während eines Eroberungsfeldzuges der deutschen Kolonialarmee unter der Führung Valentin von Massow gegen das Dagbon Königreich geraubt. Die größte Schlacht zwischen einer Armee der Dagomba und der Kolonialtruppe fand am 4. Dezember nahe des Ortes Adibo statt. Hunderte Dagomba starben durch die technisch überlegenen Waffen der Kolonisator:innen. In der Erinnerungskultur der Dagomba wird dem Krieg und seinen verheerenden Auswirkungen für das Königreich bis heute gedacht.

Marlena Barnstorf-Brandes

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