Hersteller:in uns nicht bekannt
Maskenanzug
Amerikas, Kolumbien, Dep. Vaupés Rio Cuduyari
1. Hälfte 20. Jh.
Naturfaser; genäht, bemalt
Sammlungskontext uns nicht bekannt
Übereignung an das Museum vom Landesmuseum für Vorgeschichte Halle/Saale 1953
SAm 20031
Masken wie diese kamen bei Begräbniszeremonien der Gemeinschaften der Kobéua und Káua in Kolumbien in Südamerika zum Einsatz. Für die zeremoniellen Tänze fertigten die männlichen Mitglieder der Gemeinschaften über mehrere Tage hinweg knielange Maskengewänder aus Bast an und bemalten diese mit Naturfarben aus Ruß und Ton. Je nach Bedeutung wurden verschiedene Muster und Symbole auf das Gewebe aufgetragen.
Die Tänze waren größtenteils Tier- und Dämonentänze, welche die Eigenschaften dieser nachahmten. So wurde beim Alligatortanz die Jagd auf das Tier und die Verarbeitung seines Fleisches nachgestellt. Dämonentänze sollten den Geist eines Toten versöhnen und Dämonen, die man für den Tod verantwortlich machte, fernhalten. Kombiniert wurden sie mit Fruchtbarkeitstänzen, die die kommende Ernte und Jagd positiv beeinflussen sollten. Sie wurden zusammen mit Gesängen nur von männlichen Mitgliedern der Gemeinschaft ausgeführt.
Die Maske kam 1953 im Rahmen der DDR-„Museumsprofilierung“ aus dem heutigen Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale) an das Museum. Es liegen daher keine weiteren Unterlagen über den Sammlungskontext vor. Mit der sogenannten „Museumsprofilierung“ wurde ab den 1950er Jahren die Museumslandschaft neu strukturiert. Ziel war, thematische Schwerpunktmuseen zu bilden und dort die Expertise zur Bewahrung und Präsentation von spezialisierten Sammlungen zu bündeln. Folglich tauschten Museen ihre Bestände untereinander aus, um Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten.
Anna Schumann, Stefanie Bach