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NAs 1751

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Hersteller:in uns nicht bekannt
Seelenvogel
Asien, Russland, Region Krasnojarsk, Jesseisee
Vor 1906
Holz; geschnitzt
Sammlungskontext uns nicht bekannt
Tausch mit dem Ethnografischen Museum St. Petersburg 1906
NAs 1751


Die Holzskulptur stammt aus dem ewenkischen Schaman:innentum und stellt einen Vogel dar. Dieser war auf einer Stange über dem Kopf eines verstorbenen Schamanen oder einer verstorbenen Schamanin befestigt. Schaman:innen wurden nach ihrem Tod auf hohen Pfählen oder besonderen Bäumen in einer Art Sarg bestattet.

Schaman:innen dienten als Mittler:innen zwischen der menschlichen Gemeinschaft und den Geistwesen. Bei seinen Reisen ins Jenseits und im Kontakt mit den bösartigen Geistern, stehen dem/der Schaman:in Schutz- und Hilfsgeister als Führer, „Leibwächter“ und Ratgeber zur Seite. Sie verfügen über außerordentliches Wissen und Macht und treten in menschlicher und tierischer Gestalt auf – oft als Vogel. Dieser Vogel könnte dem Schamanen wahrscheinlich als „Reittier“ gedient haben, mit dem er während seiner Séancen in die Ober- und Unterwelt reiste um mit den Geistern in Kontakt zu treten.

Daneben gibt es Formen des Schamanismus in dem eine mythische Tiermutter/Vogelmutter im Jenseits den oder der künftigen Schaman:in „ausbrütet“. Der oder die Schaman:in trifft diesen Vogel nur wenige Male im Leben: mindestens aber während der Initiation – der „Schaman:innengeburt“ – und beim Tod. Der Vogel konnte aber auch die Rolle des Anführers der weiteren Schutzgeister einnehmen. Schman:innen hatten dem Schutzgeist gegenüber bestimmte Pflichten. Wurde er vernachlässigt, konnten die Schaman:innen ihre Fähigkeiten verlieren oder schwer erkranken.

Marita Andó, Kevin Breß

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