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#109

Lekythos

Bosanquet-Maler (415-401 v. Chr. tätig) | Maler

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Bis auf die Dresdner und eine weitere rotfigurige Lekythos sind vom Bosanquet-Maler, benannt nach dem britischen Archäologen Robert Carr Bosanquet, ausschließlich weißgrundige Lekythen erhalten. Sowohl was die Gefäßformen und die Technik als auch die überwiegenden Darstellungen betrifft, kann von einer gewissen Vorliebe beziehungsweise Spezialisierung des Künstlers auf Gefäße für den sepulkralen Gebrauch ausgegangen werden.
Auch die Szene aus dem Frauengemach meint letztlich ein Trauerbild. Zunächst sprechen der mit Myrtenblättern verzierte Haarschmuck der Sitzenden als Zierde von Bräuten, das Weinkännchen für Trankspenden im Hintergrund als typisches Frauenaccessoire, das Kästchen, welches die stehende Dienerin ihrer Herrin reicht und normalerweise vom Bräutigam während der Hochzeit der Braut überreicht wird, sowie die der Liebesgöttin Aphrodite heilige Gans für einen hochzeitlichen Kontext. Aber die Darstellung findet sich so oder so ähnlich vor allem auf Lekythen, die in Gräbern gefunden wurden, und auch auf Grabreliefs. Die Gefäße stehen demnach nicht im Zusammenhang mit der Hochzeit, sondern vielmehr mit dem Tod und der Trauer darüber, dass die Bestimmung und der Wunsch einer jungen Frau, zu heiraten, nicht in Erfüllung gegangen sind.

Material & Technik
Blass orangefarben. Rotfigurig. Feine Drehrillen unterhalb der Figurenszene. Firnis: Originalfarbe nicht mehr bestimmbar, da neuzeitlicher Überzug, jetzt anthrazit. Verdünnter Firnis für Details des Klismos, Blattschmuck und Stephane der Sitzenden, Sakkos der Stehenden. Gewandsäume, Haarlocken, Einfassung der Mäanderbänder. Relieflinien: Konturen und Gewandfalten. Vorzeichnungen für Körperkontur der Stehenden udn Gewandfalten.
Museum
Skulpturensammlung
Datierung
Attisch, um 440 v. Chr.
Inventarnummer
ZV 2777
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